Häufige Fragen

1. Wo finde ich Hilfe wenn ich Schulden habe?

Seriöse Schuldnerberatungsstellen finden Sie in fast allen deutschen Städten und Landkreisen. Alle Stellen sind in der Regel kostenfrei und haben eine staatliche Anerkennung. Auskunft erhalten Sie über die örtlichen Verwaltungen Ihres Wohnortes oder im Internet unter: www.forum-schuldnerberatung.de

Dort geben Sie im Adresssuchfeld Ihre Postleitzahl ein und die Schuldnerberatungsstelle vor Ort wird Ihnen angezeigt.

Die Berliner Beratungsstellen arbeiten bezirksgebunden, d.h. Sie müssen in dem Bezirk Kontakt aufnehmen, in dem Sie polizeilich gemeldet sind. Die Adressen finden Sie über Ihr jeweiliges Bezirksamt oder im Internet unter: www.schuldnerberatung-berlin.de

Aufgrund ständig wachsender Anfragen kommt es in vielen Beratungsstellen zu Wartezeiten. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrem Anliegen. Hilfreich ist es die Wartezeit ins Verhältnis zu der Zeit zu setzen, die Sie bereits mit Schulden verbracht haben.

Unseriöse Beratungsangebote nutzen Ihre Ungeduld um Sie von kostenpflichtigen Angeboten zu überzeugen. Eine sinnvolle Bearbeitung Ihres Anliegens findet aber definitiv nicht statt, Ihnen wird nur Geld aus der Tasche gezogen. Meist sind es Angebote für die im Hintergrund ein Anwalt tätig ist. Ein Anwalt ist aber nicht nötig!! Vermeiden Sie den Kontakt.

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2. Wie komme ich aus meinen Schulden raus?

Jede Beratungsstelle findet für Sie eine individuelle Lösung zu Ihrem Problem, kann professionell mit Ihren Gläubigern Kontakt aufnehmen und Ihnen Unterstützung anbieten. Entschuldungsverfahren, wie z.B. außergerichtliche Einigungen, Hilfen von Stiftungen, Verbraucher- und Regelinsolvenzverfahren und Vergleiche, Stundungen und anderes sind den Beratungsstellen geläufig.

Wichtig ist jedoch immer Ihre dauerhafte und aktive Mitarbeit. Dies beginnt schon bei der Vorbereitung der Beratung. Nutzen Sie die Wartezeit und sammeln alle Papiere, legen einen übersichtlichen Ordner an (ohne Klarsichthüllen), Erstellen einer Gläubigerliste.

Vermeiden Sie vor einem Beratungstermin Kontakt und/oder Verhandlungen mit Ihren Gläubigern. Informieren Sie maximal über den Termin bei uns und bitten Sie um Geduld. Dies ist möglich, auch wenn Fristen gesetzt werden.

Während der Beratung, die sich in der Regel über mehrere Termine erstreckt, ist es notwendig uns über Änderungen des Einkommens, neue Bescheide, Änderung der persönlichen Verhältnisse, Änderung der Erreichbarkeit zu informieren. Wichtig ist auch, Termine ernst zu nehmen und möglichst einzuhalten. Fehlende Mitarbeit kann zum Beratungsabbruch führen.

Bei aktiver Mitarbeit durch Sie ist die Vorbereitung z.B. eines Insolvenzverfahrens in vielen Fällen einfacher. Sie wissen dann, dass Sie in maximal 6 Jahren Schuldenfreiheit erlangen können.

Auch im Insolvenzverfahren ist Mitarbeit gegenüber dem Treuhänder und Gericht eine wichtige Pflicht.

Wichtig ist ebenfalls, dass Sie mit der Kontaktaufnahme zur Beratung anfangen, Ihr finanzielles Verhalten, Ihr Haushalten mit Geld, Ihre Verträge etc. grundsätzlich einer Überprüfung unterziehen und dies ab sofort monatlich durchführen und kontrollieren.

Ob Sie nun unverschuldet finanzielle Engpässe haben oder unkontrollierter Konsum zur Verschuldung führte, in jedem Fall ist es wichtig, sich anders als vorher zu verhalten, um zukünftig neue Probleme zu vermeiden.

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3. Was mache ich bei Miet- und/oder Energieschulden?

Bei Mietschulden, die zwei Monatsmieten oder mehr betragen, kann der Vermieter den Vertrag kündigen, u.U. droht nun Obdachlosigkeit. Auch die Suche nach einer neuen Wohnung ist fast unmöglich, da Mietschuldenfreiheit vom Vermieter nicht bescheinigt wird.
Mit der Kündigung werden Sie oft zur sofortigen Räumung der Wohnung aufgefordert. Nach Ablauf der gesetzten Frist muss der Vermieter Räumungsklage einreichen, um seinen Anspruch durchzusetzen. Sollte dies bereits geschehen sei, lassen Sie sich gesondert beraten!!!

Unter Umständen ist es möglich beim Sozialleistungsträger (JobCenter oder Sozialamt) einen Antrag auf ein Darlehen zum Ausgleich der Mietschulden zu stellen.
Voraussetzung hierfür ist, dass der Vermieter eine ratenweise Tilgung der Schulden ablehnt, aber gleichzeitig zustimmt, bei Zahlung der Mietschulden die Kündigung zurückzunehmen. Deshalb müssen Sie sofort nach Erhalt der Kündigung Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen und nicht den Kopf in den Sand stecken.
Wenn die Wohnung erhalten werden kann, wird das JobCenter zukünftig die Miete direkt an den Vermieter zahlen. Beziehen Sie andere Sozialleistungen (ALG I, Krankengeld, BaföG etc.) oder Einkommen aus Arbeit, müssen Sie sich bei Mietschulden an das zuständige Sozialamt wenden.

Jeder Strom- oder Gasanbieter ist grundsätzlich berechtigt ab einem gewissen Rückstand (i.d.R. ab 100 EUR) die Stromzufuhr zu unterbrechen.
Wenn der Energieanbieter Ratenzahlungen nicht akzeptiert, wenden Sie sich bei Arbeitslosengeld II Bezug sofort an das JobCenter. Bei Bezug anderer Sozialleistungen oder anderen Einkommensarten wenden Sie sich an das zuständige Sozialamt.
Die Leistungsträger können Ihnen auf Antrag ein Darlehen gewähren, um die Strom- oder Gasschulden zahlen zu können.
Alle Darlehen müssen Sie zurückzahlen. Der Leistungsträger kann Raten von 10 % der monatlichen Leistung für den Lebensunterhalt einfordern. Dies müssen Sie zukünftig in Ihrer Haushaltsplanung einkalkulieren.
In unseren Musterbriefen finden Sie Vorlagen für den notwendigen Schriftverkehr mit Vermieter oder Energieversorger und dem Sozialleistungsträger.
Sollte bereits früher ein Darlehen gezahlt worden sein, wird der erneute Antrag in der Regel abgelehnt. Auch wenn bereits früher eine Kündigung wegen Mietschulden vorlag, muss der Vermieter trotz Zahlung der Rückstände die fristlose Kündigung nicht zurücknehmen.
Bei all Ihren Ausgaben beachten Sie bitte stets: Miete und Energie immer zuerst und pünktlich zahlen!!!

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4. Mahn – und Vollstreckungsbescheid – was nun?

Der Gläubiger muss seine Forderung durch das gerichtliche Mahnverfahren absichern, sonst droht Verjährung nach drei Jahren. Den Angaben des Gläubigers können Sie beim Mahnbescheid innerhalb von zwei Wochen ganz oder teilweise (Kosten oder Zinsen) widersprechen. Ein Formular ist beigefügt.
Lassen Sie sich immer beraten und den Mahnbescheid überprüfen.
Nach einigen Wochen erhalten Sie den Vollstreckungsbescheid. Wenn Sie Widerspruch eingelegt hatten, ist dies in der Regel berücksichtigt worden. Sollten Sie die Widerspruchsfrist beim Mahnbescheid versäumt haben, können Sie binnen 2 Wochen nach Eingang des Vollstreckungsbescheides Einspruch einlegen. Hierfür ist kein Formular beigefügt. Der Einspruch muss frei formuliert werden.
Nach erfolgtem Wider- oder Einspruch muss der Gläubiger ggf. auf dem Klageweg die Forderung geltend machen. Hierfür entstehen weitere Kosten.
Der rechtskräftige Vollstreckungsbescheid ist mindestens 30 Jahre gültig, wahlweise bis zur Erledigung durch Verhandlung oder Zahlung.
Mit einem Vollstreckungs-Bescheid hat der Gläubiger die Möglichkeit gegen Sie Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einzuleiten.
Entscheidungen von öffentlichen Einrichtungen und Behörden mit dem Zusatz „Bescheid“ sind ebenfalls vollstreckbar und verjähren in der Regel nicht mehr. Ein Mahnverfahren ist nicht nötig.

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5. Was macht der Gerichtsvollzieher?

Der Gerichtsvollzieher erhält durch den Gläubiger den Auftrag festzustellen, ob Sie über pfändbare Gegenstände oder Einkommen verfügen, mit dem die Schulden getilgt werden könnten. Gegenstände des täglichen Lebens (kleines Radio, Geschirr, Bett, Kleidung, normaler TV) und Dinge, die Sie zur Ausübung Ihres Berufs benötigen (z.B. Computer, kleiner PKW mit geringem Wert) können grundsätzlich nicht gepfändet werden.
Wenn Sie über keine wertvollen Gegenstände verfügen und die Schulden auch nicht in Raten abzahlen können, kann der Gläubiger die Abgabe der Vermögensauskunft (früher Eidesstattliche Versicherung bzw. Offenbarungseid) beantragen. Die Abgabe der Vermögensauskunft kann nicht freiwillig erfolgen.
In der Vermögensauskunft müssen Sie ihre gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen legen, der Gläubiger erfährt also auch, wo Sie ein Konto haben und wo Sie arbeiten. Sie müssen wahrheitsgemäß antworten, falsche Angaben sind strafbar.
Es ist wichtig, dem Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft nachzukommen, denn der Gläubiger kann bei Nichterscheinen einen Haftbefehl beantragen.
Besonders ärgerlich ist, dass sowohl die Vermögensauskunft als auch der Haftbefehlt in der SCHUFA registriert werden und erst nach Ablauf von drei Jahren oder nach Tilgung der Forderung gelöscht werden können.
Sie können die Abgabe der Vermögensauskunft nur verhindern, wenn Sie die vom Gläubiger geforderte Summe sofort oder innerhalb von 6 Monaten per Raten zahlen können. Wann welche Vorgehensweise sinnvoll ist, sollten Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch klären.
Für öffentliche Gläubiger vollstreckt das Hauptzollamt oder das Finanzamt. Bei Steuerschulden hat das Finanzamt besondere zusätzliche Rechte. Die Rolle ist jeweils mit der des Gerichtsvollziehers identisch.

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6. Ich habe eine Konto oder Lohnpfändung! Worauf muss ich achten?

Bei einer Kontopfändung erlangen Sie nur noch Schutz, wenn Sie Ihr Konto in ein sog. P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umwandeln. Jeder darf nur ein P-Konto besitzen. Die Umwandlung eines bestehenden Kontos in ein P-Konto geschieht auf Antrag und wirkt immer rückwirkend für den gesamten Monat in dem der Antrag gestellt wird. Sie können also auch noch nach einer Pfändung die Umwandlung beantragen und den vollen Schutz in Anspruch nehmen. Nach der Umwandlung sind Einnahmen bis zu einem individuellen Sockelbetrag (Single = 1.133,80 €) frei verfügbar. Natürlich kann man nicht über 1.133,80 € verfügen, wenn die eigenen Einnahmen niedriger sind. Ein P-Konto wird als solches in der SCHUFA vermerkt.

Für gesetzliche Unterhaltsverpflichtungen (Kinder, Ehepartner, Lebensgemeinschaften, Bedarfsgemeinschaften) muss der Bank eine Bescheinigung hierüber vorgelegt werden. Der frei verfügbare Sockelbetrag wird dann entsprechend für jede weitere Person angehoben. Bei Kindern, die nicht mit Ihnen zusammenleben oder bei volljährigen Kindern muss die regelmäßige Zahlung des Unterhalts nachgewiesen werden. Bescheinigungen erhalten Sie laut Gesetz bei Sozialleistungsträgern, Familienkassen, Arbeitgeber, Anwälten, Schuldnerberatungsstellen.
Nutzen Sie die Schuldnerberatungsstellen damit es schnell und richtig erledigt wird!!
Auch einmalige Sozialleistungen sind geschützt, es muss aber hierüber ebenfalls eine gesonderte Bescheinigung bei der Bank vorgelegt werden. Der Schutz gilt dann einmalig im Monat des Zahlungseingangs. Lassen Sie sich schon bei der Beantragung der Leistung hierzu beraten!
Bei einer Lohnpfändung muss der Arbeitgeber den pfändbaren Teil des Lohns direkt an den Gläubiger auszahlen. Sie erhalten nur noch den unpfändbaren Teil des Lohns. Der Arbeitgeber haftet für die richtige Durchführung. Lohnpfändungen können sehr ärgerlich sein und Kosten beim Arbeitgeber verursachen, die dieser ggf. von Ihnen erstattet bekommen möchte.
Da es auch beide Pfändungen gleichzeitig geben kann, kommt es vor, dass der ausgezahlte Lohn immer noch höher ist als Ihr Sockelbetrag auf dem P-Konto. Für die Erlangung eines individuellen Sockelbetrags ist nun ein Antrag beim Vollstreckungsgericht notwendig. Dies gilt auch in besonderen Problemlagen (z.B. Stiefkinder, unverheiratete Partner etc., für die Sie keine Sozialleistungen entgegen nehmen).
Sofern Ihre Einnahmen seit mindestens 6 Monaten unpfändbar sind und sich dies in den nächsten 12 Monaten auch voraussichtlich nicht ändert, kann beim Vollstreckungsgericht ein Antrag auf Aufhebung der Pfändung gestellt werden.
Nicht jeder, der Schulden hat, benötigt automatisch ein P-Konto. Dies macht nur Sinn wenn, mindestens ein vollstreckbarer Titel vorliegt. Auch nutzt nicht jeder Gläubiger die Kontopfändung als Druckmittel.
Sofern sich Ihr Konto im Minus (Dispo) befindet, ist dieser nach der Umwandlung nicht mehr verfügbar, bzw. muss getilgt werden. Alle Einnahmen dürfen von der Bank mit dem Minus verrechnet werden. Nur Sozialleistungen sind hiervon für 14 Tage ausgenommen. Bei bestehendem Dispo: Erst beraten lassen.
Lassen Sie sich über die Besonderheiten von P-Konten beraten. Dies gilt insbesondere für Bedarfsgemeinschaften, die ein Gemeinschaftskonto führen und Schuldner, bei denen die Einnahmen der Kinder auf das P-Konto überwiesen werden.
Verlassen Sie sich aber nicht nur auf das P-Konto, sondern nutzen Sie diese Gelegenheit zu einer umfassenden Beratung bezüglich Ihres gesamten Schuldenproblems.

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7. Was ist die SCHUFA?

Die SCHUFA ist eine zentrale Datei- und Auskunftsstelle über die Gewährung und Abwicklung von Krediten. Einträge erfolgen von Mitgliedern der „SCHUtzgemeinschaft Für Allgemeine Kreditsicherung“. Mitgliedsfirmen sind kreditgebende Firmen wie etwa Banken, Telefongesellschaften und Händler bei denen Ratenkäufe möglich sind.
Schließen Sie Verträge mit einer dieser Firmen, dann unterschreiben Sie immer eine SCHUFA Klausel, d.h. Sie selbst stimmen der Datenspeicherung schon bei Vertragsabschluss zu.
Alle anderen Firmen, die nicht Mitglied der SCHUFA sind, melden Verträge mit Ihnen auch nicht an die SCHUFA. Gleiches gilt, wenn dort Schulden entstehen. Daher kann die SCHUFA-Auskunft für Sie keine Garantie für eine vollständige Gläubigerliste darstellen.

Unter www.meineschufa.de können Sie sich im Internet eine Eigenauskunft anfordern. Das kostenpflichtige Angebot, immerhin 25 €, ist aber unübersichtlich und kaum brauchbar.
Beantragen Sie eine Auskunft nach § 34 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz). Diese enthält klare Angaben zu Gläubigern und Forderungen. Infos hierzu finden Sie versteckt auf der SCHUFA Seite im Internet oder bei jeder Schuldnerberatungsstelle.
Eingetragen in der SCHUFA sind alle volljährigen Menschen in Deutschland, die ein Konto besitzen. Ebenfalls eingetragen sind alle Verträge mit den Mitgliedsfirmen, z.B. der Handyvertrag oder der Bankkredit. Solange nur der Vertrag vermerkt ist und Sie den Zahlungspflichten nachkommen, ist das ein positiver Eintrag.
Negative Einträge, also „geplatzte“ Verträge, offene Ratenzahlungen etc. senken Ihre Kreditwürdigkeit. Meist sind weitere Verträge mit Mitgliedsfirmen der SCHUFA dann nicht mehr möglich.
Vermeiden Sie es auf Werbung hereinzufallen, wie „SCHUFA-freier Kredit oder Vertrag“. Besser ist es, die Signale der SCHUFA zu erkennen, sich dem eigenen finanziellen Problem zu stellen und eine Lösung zu suchen.
Problematisch werden solche negativen Einträge inzwischen bei fast allen Wohnungsvermietungen. Die Vermieter erwarten die Vorlage einer SCHUFA-Auskunft oder die Zustimmung, diese für Sie einholen zu können. Aus Zahlungsrückständen wird darauf geschlossen, dass es grundsätzlich riskant ist, mit Ihnen einen Vertrag, also auch einen Mietvertrag abzuschließen.
Negative Einträge bleiben solange in der SCHUFA vermerkt, bis die Angelegenheit durch Zahlung oder Verhandlung erledigt ist. Die Erledigung ist der SCHUFA nachzuweisen. Danach erfolgt die Löschung des Eintrages. Der Erledigungsvermerk bleibt drei weitere Jahre in der SCHUFA stehen.
Auch bestimmte Aktivitäten der Gläubiger oder des Schuldners sind vermerkt, wie etwa die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung, Erlass eines Haftbefehls oder die Eröffnung, Durchführung oder Beendigung eines Insolvenzverfahrens.
Die genauen, aktuell gültigen Fristen zur Löschung teilt Ihnen die SCHUFA mit.

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8. Wie mache ich das richtig mit der Unterhaltspflicht?

Für Verwandte in gerader Linie (Eltern-Kinder) besteht eine lebenslange Unterhaltsverpflichtung. Vielfach betroffen sind verdienende Elternteile nach einer Trennung vom Partner, wenn die Kinder beim anderen Elternteil leben. Dann besteht gegenüber dem Kind die Pflicht zur Unterhaltszahlung. Der Zeitraum hierfür endet in der Regel mit dem Ende der ersten Ausbildung des Kindes. In der Regel sind Väter die Betroffenen.
Manchmal ist auch nach der Trennung, Trennungsunterhalt oder Betreuungsunterhalt an den ehemaligen Partner zu leisten, wenn diese/r Kinder betreut.
Die Pflicht zum Unterhalt ist gesetzlich geregelt. Dazu gehört auch die Höhe des Unterhaltes. Dieser richtet sich vorrangig nach dem Alter des Kindes und dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Berücksichtigt wird anteiliges Kindergeld, Unterhaltsvorschuss, die Tatsache, dass mehrere Kinder von unterschiedlichen Partnern gleichzeitig Ansprüche haben. Es gelten die Regelungen der „Düsseldorfer Tabelle“.
Der Elternteil, der das Kind versorgt, hat oft über das Jugendamt eine Beistandschaft in Unterhaltsangelegenheiten. Der Unterhaltspflichtige muss dagegen seine Angelegenheiten selbst regeln und sich selbst informieren.
Unterhaltsschulden können meist wie andere Schulden behandelt werden, d.h. in einem Insolvenzverfahren werden die Rückstände berücksichtigt. Nur wenn man vorsätzlich Unterhalt nicht gezahlt hat, kann es sein, das man trotz eines Insolvenzverfahrens die Schulden nicht los wird.
Wenn das Kind noch minderjährig ist, bzw. seine Erstausbildung noch nicht beendet hat, können im Insolvenzverfahren neue Schulden anfallen, wenn der laufende Unterhalt nicht gezahlt wird. Diese neuen Schulden sind dann nicht Teil des Insolvenzverfahrens.
Unterschiede zu anderen Schulden gibt es vor allem bei der Pfändung und den Pfändungsfreigrenzen. Wegen der Nichtzahlung des laufenden Unterhaltes und wegen Unterhaltsschulden aus dem letzten Jahr kann in den sogenannten Vorrechtsbereich gepfändet werden. Wer arbeitet hat einen Selbstbehalt von 1.080 €, zuzüglich notweniger Aufwendungen, welche nachgewiesen werden müssen. Bei aktuellen Pfändungen kann man allerdings bis auf den Sozialleistungssatz plus Miete „heruntergepfändet“ werden, wenn der Unterhaltsgläubiger dies beantragt hat und der laufende (aktuelle) Unterhalt nicht gezahlt wird.
Unterhaltspflichtigen ist zu empfehlen, gegenüber dem Jugendamt oder dem Vertreter des Kindes immer das aktuelle Einkommen nachzuweisen. Sind die Einnahmen zu gering um den Unterhalt zahlen zu können, kann man eine Nullsetzung beantragen. Wer nicht auf Schreiben reagiert, dessen Einkommen kann auch geschätzt werden. Dadurch werden Sie deutlich schlechter gestellt.

Zu beachten ist auch, das Unterhaltspflichtige eine gesteigerte Pflicht zur Einkommenserlangung haben, also u.U. auch mehrere Jobs annehmen müssen. Eine grobe Verletzung der Unterhaltspflicht ist ein Straftatbestand, der zu einer Haftstrafe führen kann.

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9. Was tun bei einer Geldstrafe/Geldbuße?

Ein Bußgeld ist eine Sanktion einer Behörde, wenn z.B. eine Ordnungswidrigkeit begangen wurde (z.B. falsch Parken, am Steuer telefonieren, Lärmen zu bestimmten Zeiten). Es gibt aber auch immer häufiger Sanktionen bei angeblich fehlender Mitwirkung oder bei falschen Angaben gegenüber einem Sozialleistungsträger.
Wird ein Bußgeld nicht bezahlt, kann die Behörde Erzwingungshaft anordnen. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen man wegen Schulden ins Gefängnis kommen kann. Wir raten daher immer ein Bußgeld schnellstmöglich zu zahlen oder zumindest einen Stundungs- oder Ratenantrag zu stellen. Erfahrungsgemäß wird bei geringem Einkommen auch kleinen Ratenzahlungen zugestimmt.
Eine Geldstrafe wird vom zuständigen Strafgericht aufgrund einer Anzeige und eines Ermittlungsverfahrens der Polizei/Staatsanwaltschaft verhängt.
Die Geldstrafe kann im Unterschied zum Bußgeld durch Zahlung oder durch gemeinnützige Arbeit abgeleistet werden. Die Zahl der Tagessätze im Strafbefehl bestimmt die Zahl der Arbeitstage. Die Abgeltung durch Arbeit muss beantragt werden. Behilflich ist hier u.a. die „Freie Hilfe e.V.“.
Einen solchen Antrag kann man in der Regel einmal stellen, die Entscheidung zur Zahlung auf Rate oder zur Arbeit ist dann bindend. Wer weder zahlt noch die Strafe abarbeitet, kann in Haft genommen werden. Auch die Haftdauer wird durch die Tagessätze im Strafbefehl bestimmt.
Immer häufiger werden Geldstrafen auch im Zusammenhang mit Schwarzfahrten verhängt. Schwarzfahren ist eine Straftat! Dann hat man zwei Probleme, die Kosten für das erhöhte Beförderungsentgelt und die Strafe – denn die Bezahlung oder Abarbeitung der Geldstrafe erledigt nicht die Forderung der BVG / S-Bahn.

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